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Auf dieser Seite wollen wir in unregelmäßigen Abständen über den Alltag auf dem Hof der Tierheimat berichten und Hans Kern, den Betreuer der Tiere, zu Wort kommen lassen.

September 2007
Leider gibt es heute eine traurige Nachricht:

Unser Caballero ist tot.

Er war der letzte der alten Garde und ist 31 Jahre alt geworden. Ein Kaiserpferd wie es im Buche steht.
Die letzten vier Jahre waren durch seine Alterswehwehchen etwas aufwendig in der Haltung, und er hatte, auch aufgrund seines Alters, eine Sonderstellung bei den Pferden. Mit einigen Mittelchen aus der Homöopathie - vor allem Traumeel - konnte ich ihn gut behandeln. So hatte er bis zuletzt eine gute Zeit.
Wenige Wochen vor seinem Ableben bekam er eine Verdickung im Bereich des Nasenrachenraums. Nichts wildes - wie ich zunächst hoffte. Eine Kontrolle durch den Tierarzt ergab nichts genaues. Zunächst sollte versucht werden, mit Antibiotika die Schwellung wegzunehmen, aber trotz intensiver Behandlung sprach Caballero nicht darauf an. Es wurde immer schlimmer statt besser.
Aus der Verdickung wurde in wenigen Tagen eine harte Aufschwellung, und ein Ausfluss aus der Nase stellte sich ein. Insgesamt eine Verschlechterung der Allgemeinzustandes.
Schließlich die traurige Diagnose: Nasenrachenraumkrebs mit Knochenbefall (dasselbe woran Ingeborg van den Bruck 2001 gestorben ist) - ich konnte es kaum fassen.
Sehr geschockt von der Diagnose wollten wir noch einen letzten Versuch starten - aber leider ohne jeden Erfolg. In Anbetracht der Schwere der Krankheit und den zu erwartenden Schmerzen habe ich mich dann, auch auf dringendes Anraten des Tierarztes, dazu durchgerungen, ihm diesen Leidensweg zu ersparen.

Es ist immer sehr hart, solch eine Entscheidung zu treffen, und immer ein Schock für mich, das dann zu erleben. Wir haben ihn auf den Hofplatz geführt, und dort bekam er erstmal seine Betäubungsspritze, und er sackte in sich zusammen. Dann die eigentliche "Todesspritze". Da lag er nun bis zum Abholen. Jeder Weg führte an ihm vorbei...  Das hat mich dann alles noch wochenlang sehr belastet. Und es wird noch etwas dauern, bis ich wieder über den Hof zu den Pferdeställen gehen kann ohne einen Klos im Hals.


Juli 2007
Schon eine Weile stand ein kleiner Fertigteich in der Garage und wartete darauf, Zentrum einer kleinen ruhigen Oase für Mensch und Tier zu werden.
Es war ein hartes Stück Arbeit, den Teich einzugraben, aber schliesslich konnte der Wasserschlauch zum Befüllen geholt werden. Während Mensch - noch etwas müde von der Arbeit - zuschaute, wie sich der Teich füllt, kam die Ente Glucksy mit ihrem Mann vorbei. Werden sie den Teich lieben ?
Ein kurzer Blick, ein leichtes Kopfschütteln, und beide waren gleich wieder verschwunden... Sollte die ganze Mühe umsonst gewesen sein ??
Doch kaum war die “Badewanne” voll, war Glucksy wieder da : Und es wurde nicht vornehm gebadet, sondern wild geplantscht, gespielt, geschwommen und gespritzt - Baden extrem ! Nichts in erreichbarer Nähe blieb ungewaschen, und den Menschen ist eines sofort klar: dies wird keine Ruheecke.

 

Mai 2007
Heute berichtet er von der jährlichen Schafschur:


Jedes Jahr zwischen Ende April und bis in den August hinein werden die Schafe geschoren. Bei den Schafen wächst das Fell, die Wolle, etwas über ein Jahr und fällt dann aus. Besser ist es natürlich die Wolle zu scheren, wenn die Wolle reif ist, und das ist eben, ganz nach Wetter, im Mai/Juni der Fall.

Schon im Februar gilt es den Schafscherer anzurufen und mit ihm einen Termin auszumachen, denn dann kann man/frau sich den Termin noch aussuchen. Nun - wir haben hier keine grosse Menge an Schafen. Es gibt Scherer, die an der Küste 10000 Schafe in einer Saison scheren oder gar ein Mehrfaches davon.

Am Dienstag den 29. Mai um 7:30 Uhr war es dann soweit. :
Da es am Vortag geregnet hat, habe ich unsere nunmehr 22 Schafe schon am Vortag mittags in ihre Schafhalle getrieben und die Ausgänge verschlossen und gesichert. Vorher ordentlich Stroh reingepackt (nach der Schur zum Kuscheln ;-))) Die Raufen mit Heu und einige Behälter mit Futter und drei große Bottiche mit Wasser gefüllt.
Zur Schur darf die Wolle nicht feucht sein. Feuchte Wolle läßt sich nicht scheren !

Zuerst baut sich der Schafscherer sein Schergerüst auf und will Strom ;-))) unter dem Schergerüst mit Motor, biegsamer Welle, an deren Ende das Schermesser läuft. Vor ihm ist ein niedriger grossr Schemel, auf dem das Schaf auf seinen Hintern und zwischen den Schenkeln des Schafscherers ruht, ruhen sollte. ;-))) Und schon fängt er an zu scheren und die "Decke" fällt. Dann gibt’s noch die Fusspflege (Füsse schneiden) und zum Schluss noch die Arznei. (Wurmkur, Leberegel-Mittel etc). Dann wir das Schaf wieder auf seine Beine gestellt und zischt ab. Määääähhhhhh.

Meist sind die Schafe 1-2 Tage nicht so gut drauf. Der Verlust der Wolle ist ungewohnt, und die Wirkung der Arznei ist bestimmt auch mit etwas Unwohlsein verbunden, aber es gibt Trost. ;-)))

Tja, die Wolle. Heute wird die deutsche Wolle eigentlich nur noch vom Lanolin befreit (Grundlage von Salben der Industrie) und dann für eigentlich minderwertige Dinge verwendet. Für die Bekleidung verwendet man heute in der Regel die billigere Wolle aus Australien oder Neuseeland.